Als IB-Absolventin mit Bestnoten hättest du dich an führenden Ivy-League-Universitäten in den USA oder an Oxbridge in Großbritannien bewerben können. Warum hast du dich für Minerva entschieden?
Nach einem Jahr an der UCL war ich von der Qualität der konventionellen Hochschulbildung enttäuscht. Minerva war die einzige Alternative, die ein zielgerichtetes Studium bot, das auf die globalen Anforderungen des 21. Jahrhunderts ausgerichtet ist. Ich wusste, dass alle meine Kurse nützlich sein würden und dass ich als Person in den vier Jahren enorm wachsen würde. Besonders interessiert hat mich auch die individuelle Karrierebegleitung, die Minerva sowohl während des Studiums als auch danach bietet. Wir haben die Möglichkeit, in jeder Stadt Mini-Praktika zu absolvieren, und die meisten Studierenden erhalten Stipendien mit einer Work-Study-Stelle. Außerdem ist die Gemeinschaft bei Minerva außergewöhnlich: Ich bin von interessanten, ehrgeizigen Menschen aus aller Welt umgeben, die mich täglich unterstützen und motivieren.
Wie herausfordernd war die Erfahrung, in vier Jahren in 7 verschiedenen Ländern zu leben?
Als Studentin im dritten Jahr habe ich bisher in vier Städten gelebt: San Francisco, Seoul, Berlin und zurzeit Buenos Aires. Den Standort alle vier Monate zu wechseln und sich an eine neue Kultur anzupassen ist definitiv nicht für jeden – es ist aufregend, erfordert aber auch viel Eigeninitiative: Man muss die neue Stadt kennenlernen, die besten Einkaufs- und Essensmöglichkeiten finden, sich in Aktivitäten einbringen und so weiter. Minerva hilft dabei, den Übergang zu erleichtern: Es gibt Orientierungshilfen, organisierte Stadterlebnisse und aktive Unterstützung dabei, die Kultur der jeweiligen Stadt kennenzulernen. Ein wichtiger Vorteil ist außerdem, dass Minerva in jeder Stadt Unterkunft bereitstellt – so leben wir mit denselben rund 120 Menschen alle vier Jahre zusammen, was die Anpassung erheblich erleichtert.
Da Minervas Lehransatz vor allem auf übertragbare Kompetenzen ausgerichtet ist statt auf reine Theorie – welche Kurse hast du bisher absolvieren können?
Minervas Lernmodell basiert auf der Wissenschaft des Lernens: Jeder Kurs konzentriert sich auf Fähigkeiten, die sich später im Berufsleben anwenden lassen, anstatt Inhalte auswendig zu lernen. Das erste Jahr ist das sogenannte Foundation Year, in dem alle Studierenden dieselben vier Kurse belegen: Naturwissenschaften, Komplexe Systeme, Informatik und Multimodale Kommunikation. So erwerben alle Studierenden fundierte Kompetenzen in verschiedenen Bereichen. Danach wählt man ein Haupt- und Nebenfach, muss aber weiterhin Wahlpflichtmodule außerhalb des eigenen Fachbereichs belegen. Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Universitäten: Minerva bietet pro Fachbereich nur neun Kurse an – jedoch vermittelt jeder davon essenzielles, praxisorientiertes Wissen, das sich auf unterschiedlichste Kontexte anwenden lässt. Minerva bietet ausschließlich Online-Unterricht an, der auf einer eigenen Plattform namens Forum stattfindet. In den 90-minütigen Seminaren ist die aktive Beteiligung aller Studierenden Pflicht. Die Lehrkraft übernimmt lediglich eine moderierende Rolle – das eigentliche Lernen findet durch Diskussion statt. Es gibt keine Prüfungen, aber für jede Sitzung ist eine verbindliche Vorbereitung erforderlich. Außerdem müssen während jedes Kurses zwei bewertbare Beiträge geleistet werden, sodass sowohl schriftliche als auch mündliche Beteiligung jedes Mal benotet und kommentiert wird.
Wie läuft das Bewerbungsverfahren bei Minerva ab und welche Voraussetzungen werden verlangt?
Die Bewerbung bei Minerva ist kostenlos, da die Universität Wert auf Zugänglichkeit und Chancengleichheit legt. Das Verfahren gliedert sich in zwei Teile: einen Test des logischen Denkens und eine Darstellung eigener Leistungen. Zunächst absolviert man fünf oder sechs von Minerva entwickelte Tests, die die individuelle Denkweise überprüfen – manche testen kreatives Denken, andere mathematisches Problemlösen. Da die Aufgaben regelmäßig aktualisiert werden und kein Vorwissen voraussetzen, ist eine gezielte Vorbereitung nicht möglich. Im Anschluss daran lädt man vier bis sechs persönliche Leistungsnachweise hoch. Minerva möchte sehen, wie man sich in der eigenen Gemeinschaft engagiert – ob durch das Organisieren einer Veranstaltung, die Teilnahme an einer Olympiade oder das Meistern einer sportlichen Herausforderung. Da der Platz für die Beschreibung jeder Leistung begrenzt ist, gilt es, die wesentlichen Punkte prägnant darzustellen. Anders als bei den meisten US-amerikanischen Universitäten sind weder standardisierte Tests noch Empfehlungsschreiben noch ausführliche Essays erforderlich.
Was würdest du Studierenden raten, die eine Bewerbung bei der Minerva University in Betracht ziehen?
Minerva ist nicht für jeden geeignet. Wer jedoch das Gefühl hat, dass das traditionelle Bildungsmodell nicht ganz zu ihm passt, wer neugierig ist und sich herausfordern und weiterentwickeln möchte – für den könnte Minerva genau der richtige Ort sein. Denkt nicht zu viel über den Bewerbungsprozess nach und seid einfach ihr selbst – das ist es, was Minerva sehen möchte.