Wichtige Hinweise zu Early Applications
Bedenkt, dass die Empfehlungsschreiben, die ihr für die Early Application einreicht, wahrscheinlich dieselben sind, die ihr auch in der RD-Runde verwenden werdet. Dasselbe kann je nach Schule für eure Noten und voraussichtlichen Abschlussnoten gelten. Überlegt sorgfältig, ob eure Bewerbung im November bereits möglichst stark ist – oder ob ihr bis Januar eine noch überzeugendere Leistungsbilanz vorweisen könnt. Wenn Letzteres zutrifft, könnte es sinnvoll sein, auf eine Early Application zu verzichten.Noch wichtiger: Die Zahlen – also der Unterschied zwischen Early- und Regular-Decision-Zulassungsquoten – erzählen nicht die ganze Geschichte! Internationale Bewerberinnen und Bewerber werden in der Early-Runde an Spitzenuniversitäten häufig nicht direkt zugelassen oder abgelehnt, sondern auf die Warteliste gesetzt (Deferral) und in der RD-Runde erneut berücksichtigt. Das liegt daran, dass Universitäten zwar sehr gut einschätzen können, wie der typische US-amerikanische Bewerberkreis aussieht – bei Bewerbenden aus dem Ausland ist die Lage jedoch weitaus unberechenbarer. In einem Jahr können 50 exzellente Kandidaten aus einem bestimmten Land kommen, im nächsten vielleicht nur 20 mit einem weniger starken Profil. Deshalb warten Universitäten lieber ab und vergleichen die internationalen Bewerbungen in der Gesamtschau während der RD-Runde. Hinzu kommt: Der Bewerberkreis in den Early-Runden unterscheidet sich deutlich von dem in der regulären Runde. Auch wenn in EA/ED weniger Bewerbungen eingehen, handelt es sich meist um die stärksten Kandidaten – Schülerinnen und Schüler von renommierten Privatschulen, die seit der 9. Klasse (oder früher) systematisch auf die Bewerbung an Ivy-League-Universitäten vorbereitet wurden. Sie haben bereits die Noten, Aktivitäten und Essays, um Monate vor dem allgemeinen Bewerbungsschluss eine selbstbewusste Bewerbung einzureichen. Dieser Selektionsbias sollte nicht unterschätzt werden. Die RD-Runde ist in dieser Hinsicht ausgeglichener.Kurz gesagt: Die meisten Atlas-Schülerinnen und -Schüler wurden in der regulären Bewerbungsrunde an Top-US-Universitäten zugelassen – und hatten dadurch oft auch die Möglichkeit, ihr Stipendienpaket nachzuverhandeln.