Schritt für Schritt: Was du tun – und lassen – solltest
Ein guter Einstieg ist es, klar zu benennen, welche Kompetenzen du mitbringst, die für den angestrebten Studiengang relevant sind – und diese mit konkreten Aktivitäten zu belegen. Schnelles Denkvermögen lässt sich beispielsweise durch die Teilnahme an nationalen Debattierwettbewerben nachweisen. Diese Kompetenzen bilden das Herzstück deines Statements: zwei bis drei wesentliche Fähigkeiten, die zum gewählten Studiengang passen. Starke Argumentationsfähigkeiten, die durch Essay-Wettbewerbe entwickelt wurden, sind für ein Jurastudium hochrelevant – für ein Veterinärmedizinstudium weniger.Sobald du diese Grundstruktur erarbeitet hast, beginne damit, sie auszufüllen. Kümmere dich dabei noch nicht um Einleitung und Fazit – diese schreibst du zuletzt, da sie stark von den Inhalten deiner Hauptabsätze abhängen. Ein guter Grundsatz: Ein Absatz, ein Gedanke. Behandle jede Aktivität oder Erfahrung eigenständig und geh dabei auf folgende Punkte ein: Was hast du konkret getan? Was hast du dabei geleistet? Welche Fähigkeiten wurden dabei eingesetzt und weiterentwickelt? Und warum ist das für deinen angestrebten Studiengang relevant?Der klare Schwerpunkt muss auf der akademischen Leistung liegen. Britische Universitäten legen deutlich mehr Wert darauf als ihre amerikanischen Pendants. Die Zulassungsgremien suchen nach akademisch erfolgreichen und engagierten Kandidatinnen und Kandidaten – dein Statement sollte das widerspiegeln. Außerschulische Aktivitäten können zwar erwähnt werden, sollten aber nur einen kleineren Teil einnehmen, es sei denn, sie sind wirklich außergewöhnlich. Weit relevanter ist es, ein Buch zu nennen, das du gelesen hast, und zu erläutern, wie es dein Denken und deinen akademischen Werdegang beeinflusst hat.Vermeide Klischees und Aussagen, die jede beliebige Person über sich schreiben könnte. „Ich liebe Wissenschaft schon seit meiner Kindheit" ist kein Argument. Eine hilfreiche Faustregel: Wenn du das Hauptwort deines Satzes durch ein anderes ersetzen kannst und der Satz immer noch Sinn ergibt, solltest du ihn umschreiben. Im genannten Beispiel könntest du „Wissenschaft" durch „Geschichte" ersetzen – und der Satz wäre immer noch gültig. Das zeigt, dass er nicht spezifisch oder substanziiert genug ist. Besser wäre zum Beispiel: „Durch die Teilnahme an Science-Olympiaden habe ich Physik auf eine Weise schätzen gelernt, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können." Ersetze hier „Science" durch „Geschichte" – und der Satz ergibt keinen Sinn mehr. Das zeigt, dass er gezielt und begründet ist.Gleiches gilt für Zitate und Fremdtexte. Auch wenn ein eingängiges Zitat am Anfang des Statements originell wirken mag – die Zulassungsverantwortlichen lesen dutzende davon jedes Jahr. Außerdem: Sie beurteilen deine Bewerbung, nicht die eines berühmten Autors. Erzähl deine Geschichte mit deiner eigenen Stimme. Lass nicht andere für dich sprechen.Einleitung und Fazit sollten die Hauptabsätze widerspiegeln und gemeinsam ein überzeugendes Argument dafür liefern, warum du an diesen Universitäten studieren solltest. Beide sollten auch als eigenständige Texte funktionieren – viele Gutachterinnen und Gutachter lesen das Statement zunächst nur quer und konzentrieren sich auf Anfang und Ende. Die Einleitung sollte deine Begeisterung für das Fach und deine Motivation deutlich machen. Das Fazit fasst deine Argumente zusammen und bringt überzeugend auf den Punkt, warum genau dieses Programm der beste Ort ist, um deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und dein akademisches Potenzial zu entfalten.