Wie finden Schülerinnen und Schüler Hospitationen oder Kurzpraktika?
Am einfachsten gelingt das über die eigene Schule, sofern diese entsprechende Programme anbietet. Häufig werden solche Möglichkeiten von Berufsberatenden an Schulen organisiert und von Eltern vermittelt, die enthusiastisch von ihrer eigenen Arbeit berichten und bereit sind, Schülerinnen und Schüler freiwillig zu betreuen. Sollte dies nicht der Fall sein, lohnt es sich, Freunde, Familie oder Nachbarn zu fragen, ob sie jemanden kennen, der in deinem Wunschbereich tätig ist. Es ist außerdem eine gute Idee, Organisationen oder Einzelpersonen zu recherchieren, die in deinem Traumberuf hervorragende Arbeit leisten. Heutzutage lässt sich nahezu jeder kontaktieren – über LinkedIn oder einen einfachen Anruf (Kontaktdaten findet man oft auf der Unternehmenswebsite). Eine weitere Möglichkeit ist, jemanden aus der Branche auf einen Kaffee einzuladen und ein paar Fragen über seinen Beruf zu stellen – du wirst überrascht sein, wie viele erfahrene Fachleute gerne über ihre Erfolgsgeschichten berichten. In der Venture-Capital-Welt kursiert ein bekannter Witz: „Wenn du Rat willst, bitte um Geld; wenn du Geld willst, bitte um Rat." Eine ähnliche Logik gilt hier: „Wenn du ein Praktikum möchtest, bitte um Rat; wenn du Rat möchtest, bitte um ein Praktikum." Wende dich also an Fachleute, die dich inspirieren, zeige echtes Interesse an ihrer Arbeit und ihren Erfolgen, und bitte sie um ein Gespräch bei einem Kaffee. Bereite dich gut vor, stelle kluge Fragen – überzeuge sie davon, wie engagiert und motiviert du bist, und gib ihnen einen Grund, dir eine Chance zu geben. Die Chancen stehen besser, als du denkst! Und keine Sorge, wenn du noch jung und unerfahren bist – niemand erwartet von dir, dass du bereits Berufserfahrung mitbringst. Besonders motivierte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler haben manchmal sogar bessere Chancen als weniger engagierte Studierende, die üblicherweise für solche Stellen angesprochen werden. Selbst ein „Nein" ist ein Gewinn – du hast die Branche und die Berufswelt besser kennengelernt, wertvolle Kontakte geknüpft, die künftige Türen öffnen könnten, und dich einer Herausforderung gestellt, die dich weiterbringt. Gut gemacht!