Warum hast du dich entschieden, dich für SAS zu bewerben?
Dafür gab es zwei Gründe. Erstens war ich mein ganzes Leben lang leidenschaftlicher Wassersportler – ein Semester auf einem Schiff zu verbringen war für mich also naheliegend. Zweitens wollte ich schon immer die Welt bereisen und dabei gleichzeitig lernen und studieren. SAS hat beides wunderbar miteinander verbunden, weshalb ich mich ohne langes Zögern schon früh für das Programm beworben habe – kurz bevor ich die Schule abschloss. Ich war auch der einzige Teilnehmer an Bord, der im ersten Hochschulsemester mitfuhr.
Wie war es, vier Monate lang auf einem Kreuzfahrtschiff zu leben und zu studieren?
Es ist zweifellos eines der außergewöhnlichsten Dinge, die ich je erlebt habe. Auf dem Meer unterwegs zu sein, zwölf fremde Länder zu besuchen und dabei von erstklassigen Dozierenden zu lernen – das ist eine Lebenserfahrung der besonderen Art. Dazu kamen die zahlreichen Annehmlichkeiten des Schiffes: Pools, Fitnessstudios, Cafés und ein unbegrenzter Blick aufs Meer. Für alle, die es wollten, war das Programm auch akademisch sehr anspruchsvoll, da man ständig mit den mitreisenden Professorinnen und Professoren in Kontakt war. So kam es, dass ich während der Fahrt eine enge Beziehung zu einem meiner Professoren, Armin Rosencranz, aufbaute – und wir gemeinsam einen Artikel über Lebensmittelverschwendung in Litauen verfassten.
Welche Kurse hast du während SAS belegt?
Ich studierte soziale, ethische und regulatorische Fragen in der Wirtschaft, Weltinterdependenz und aktuelle globale Herausforderungen, Global Studies sowie globale Umweltpolitik.
Wie anspruchsvoll war der Bewerbungsprozess?
Das Bewerbungsverfahren für SAS ist relativ unkompliziert und geradlinig. In der Regel müssen ein Bewerbungsformular ausgefüllt und ein längerer Essay (ca. 500 Wörter) eingereicht werden. Außerdem wird ein solider Notendurchschnitt erwartet – wer akademisch gut dasteht, hat gute Chancen auf eine Zusage. Ich hatte das Glück, ein Vollstipendium zu erhalten, aber es kann sein, dass man mehr Zeit in die Suche nach Stipendien investieren muss als in die eigentliche Bewerbung.
Was würdest du Studierenden raten, die eine Bewerbung für SAS erwägen?
Wer ernsthaft über SAS nachdenkt: Fang früh an! Vor der Abreise gibt es eine Menge zu organisieren. Erstens benötigt SAS – was ungewöhnlich ist – die Genehmigung deiner Heimatuniversität. Zweitens bietet SAS zahlreiche leistungs- und bedürftigkeitsbasierte Stipendien, die die Studiengebühren vollständig abdecken können, aber zusätzlichen Zeit- und Arbeitsaufwand erfordern. Drittens musst du dich nach der Zusage, den Stipendien und anderen Formalitäten noch um deine Visa kümmern. Obwohl ein litauischer Pass für Reisen sehr vieles erleichtert, hat es bei mir fast drei Monate gedauert, alle notwendigen Visa und Genehmigungen zusammenzustellen. Und schließlich: Wenn du das Beste aus dem Programm herausholen willst, bereite dich im Voraus vor – wähle deine Kurse, Exkursionen und individuellen Ausflüge vor der Abreise. All das ist gut zu bewältigen, wenn man rechtzeitig beginnt.